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Gedanken übers Schenken

Im letzten Jahr zur Weihnachtszeit habe ich ein paar Überlegungen zum Thema „Geschenke“ angestellt und in einer Twitter-Serie veröffentlicht. Es waren keine abgeschlossenen Fakten, sondern vielmehr offene Fragen. Und – Überraschung – sie sind auch dieses Jahr noch aktuell. Deswegen möchte ich sie hier erneut aufgreifen. Kann mir jemand dabei helfen, mich einer Antwort anzunähern?

⊞ Schenken (1/6): Wenn ich mir Gedanken mache, wenn ich mehr Mühe für Beschaffung/Herstellung aufwende – macht das ein Geschenk wertvoller? (#)

⇄ Schenken (2/6): Wie selbstlos sind Geschenke? Erwarte ich nicht wenigstens Dankbarkeit? Vielleicht auch Freude, Anerkennung, Freundschaft? (#)

❀ Schenken (3/6): Man sollte verschenken, was dem anderen Freude macht. Muss man es selbst auch für verschenkenswert halten? (#)

✎ Schenken (4/6): Darf man Geschenke für sich aussuchen? Ab wann wird ein Wunschzettel zum Bestellschein? Oder gehört die Überraschung dazu? (#)

☻ Schenken (5/6): Wenn mir ein Geschenk nicht gefällt, sollte ich das dem Schenker (dezent) mitteilen? Oder besser höflich Freude heucheln? (#)

♲ Schenken (6/6): Ist es in Ordnung, ein Präsent weiterzuverschenken? Bloß um es loszuwerden? Oder wenn ein anderer es besser braucht? (#)

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Rubrik(en):  #kritik  #serie 

3 Kommentare

#1 Sanne T

zu 1 · Wertvoller in meinen Augen als Gebende, nicht unbedingt für die Empfänger. Allerdings, würde ich mir so viel Mühe für Beschenkte machen, denen ich es nicht zutraue mein Geschenk zu schätzen? (#)

zu 3 · Hatte einmal ein Dilemma wegen einer, von einer Freundin heißerwünschten Zigarettenstange als Reisemitbringsel bzw Geburtstagsgeschenk. War damals bereits Nichtraucher und hab’s nicht gekonnt. Da musste extra teures Parfum vom Duty-Free einspringen. (#)

zu 4 · Wunschzettel für Kinder, Bestellschein für Senioren. Kinder müssten wissen, dass nicht immer alles glatt über die Bühne geht, Senioren sollten gelernt haben, ihr Anlegen klar zu äußern: „Nichts das staubgewischt werden muss, außer Büchern von dieser Liste“. Überraschung für den Rest. (#)

Hier noch ein Fund zu Schenken/Empfangen:

@bernardpivot1 · Le cadeau qui valorise le plus à la fois celui qui l’offre et celui qui le reçoit, c’est un livre de poésie. (21. Dez. 2018, #)

Laut B.P. ist das Geschenk, das zugleich beide Seiten am meisten ehrt, ein Gedichtband. Bei so einem Geschenk müsste man den Empfänger wohl bereits gut kennen, oder ehrt es auch, wenn unverstanden? (#)


#2 Gerhard Großmann

Als ehrendes Geschenk ist ein Gedichtband sicher ideal. Durch den wertschätzenden Anlass funktionieren meiner Meinung nach auch „weniger treffsichere“ Gedichte. Will man den Beschenkten aber nicht ehren, sondern z.B. erfreuen, ist ein Gedichtband meines Erachtens nicht immer die beste Wahl. (#)

Ergänzung zu 6 · Darauf hat der Philosoph Rainer Erlinger beim Sonntagsblatt eine schöne Antwort gegeben: „Wenn man das Geschenk weiter verschenkt, weil man damit jemand anderes eine Freude machen kann, dann ist das Ziel des Geschenks besser erfüllt.“ (#)


#3 Sanne T

zu 6 · Meiner Schwiegertochter habe ich von Anfang an gesagt, sowie sie oder mein Sohn etwas von mir bekommen haben, steht es ihnen frei damit zu machen was sie wollen. (Vieles landet bei Oxfam.) Funktioniert gut und macht das Leben leichter. (#)


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