@charak
terziffer

Manches braucht mehr als 140 Zeichen …

Auf dieser Website ist Platz für das, wofür mein Twitterprofil @charakterziffer nicht ausreicht. Mein Blog ist als Plus zu meinen Tweets gedacht, eben „@cz+“. // Die letzten drei Artikel:

Nicht originell genug?

Wenn ich nach Ideen suche, steht mir oft ein Gedanke im Weg: Vergiss es, das ist nicht originell. Wie von einem bösen Kritiker folgen gleich weitere Gründe: Das sieht aus wie das Logo dieser Automarke, so eine verbrauchte Floskel, das hat Picasso doch auch schon so gemacht – nur besser! Ganz schön demotivierend, dieser Anspruch an einen selbst, etwas Neues, Originelles schaffen zu wollen.

Meiner Erfahrung nach ignoriert man solche Bedenken am Anfang besser komplett. Erst mal unkritisch alles sammeln, selbst wenn es nicht so eigenständig erscheint. Seien wir mal ehrlich: Irgendwie war fast jede Idee schon mal in der einen oder anderen Weise da und baut auf Vorhandenes auf. Der eigentliche Trick ist doch, die anfänglichen Ideen weiterzuentwickeln, sie auf die Problemstellung anzupassen, ein wenig damit zu spielen. Dabei entsteht dann oft etwas, das ein klein wenig origineller ist als das schon Dagewesene.

Vielleicht passend dazu: Die Idee zu meiner Serie „Fuchs und Ballerina“ habe ich ganz schamlos von Sascha Sprunk (@elbpoet) abgeleitet. Ich habe den kleinen Löwen seiner Twitterserie in eine Tänzerin umgewandelt und aus seinem Seemann einen Fuchs gemacht. Hätte ich mir damals gesagt: „Ach lass mal, so eine ähnliche Twitterserie gibt es doch schon.“ …

Hier übrigens die neusten Folgen:

𝄇 „Bloße Geschmackssache?“, staunte der #Fuchs mit der Ballerina. „Laien haben keine Ahnung, wie viel Konzept und Können dahinter steckt.“ (#)

♥ „Tanzt du nur für den Applaus?“, fragte der #Fuchs die Ballerina. „Sind Likes & Favs so wichtig geworden, dass dich Stille verunsichert?“ (#)

⊙ „Engagier dich nie für Arschlöcher“, sagte der #Fuchs zur Ballerina. „Sie lassen dich fallen, sobald sie in dir keinen Nutzen mehr sehen.“ (#)

⮽ „Überleg dir, in welcher Gesellschaft du leben möchtest“, sprach der #Fuchs zur Ballerina. „Wie viel kannst du selbst dazu beitragen?“ (#)

□ „Manchmal sind die Vorgaben so eng“, sprach der #Fuchs zur Ballerina. „Mit Kreativität kommst du dann nicht zu einer gewünschten Lösung.“ (#)

≘ „Ich weiß, dass dein Tanz keine naturalistische Abbildung ist“, sprach der #Fuchs zur Ballerina. „Manchen musst du aber erklären, dass du eher einen Wesenszug wiedergibst.“ (#)

⚖ „Durch deine Liebe zum Tanz“, sprach der #Fuchs zur Ballerina, „sind Arbeit und Freizeit eins. Du musst Hobby und Beruf nicht trennen, aber achte darauf, dir genügend Ruhe zu gönnen.“ (#)

⚒ „Vorstellen kann man sich ja vieles“, sprach der #Fuchs zur Ballerina. „Können heißt, nach einer Weile die Fantasie zu zügeln und auch umzusetzen.“ (#)

⧴ „Routinen und Regeln helfen, schnell voranzukommen“, sprach der #Fuchs zur Ballerina. „Ob man damit aber bis zum Ziel kommt?“ (#)

⫯ „Originalität ist schon wichtig“, sagte der #Fuchs zur Ballerina. „Aber verwirf nicht gleich jede Idee, nur weil sie schon jemand vor dir hatte. Versuche sie weiterzuentwickeln.“ […] (#)

Den letzten Tweet über den kleinen Löwen hat Sascha Sprunk vor über vier Jahren veröffentlicht. Meine Serie dagegen läuft noch und hat inzwischen über 100 Folgen. Die anderen Blogeinträge zu dieser Twitterserie:

1. … sprach der #Fuchs zur Ballerina
2. Weisheiten für sensible Künstler
3. Ballerinas Selbstzweifel
4. Ein Fuchs für alle Fälle
5. Pirouetten und andere Probleme
6. Ausgefuchste Antworten
7. Vorgaben hinter sich lassen
8. Die Blöße der Unwissenheit

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Podcast: „Gerhard zählt bis Tausend“

RSS-Feed des Podcasts, Link bei iTunes.

Welche ungewöhnlichen Podcastformate gibt es eigentlich? Das haben sich die Moderatoren des Frequenz-Podcasts in Folge 41 gefragt. Sehr oft sind Podcast-Episoden entweder Interviews oder recht langes „Gelaber“ (als exzessiver Podcasthörer habe ich derartiges abonniert). Doch was könnte überhaupt ein ungewöhnliches Audioformat sein? Etwas in Richtung Klangkunst? Und wie lässt sich ein Format zu einer Serie entwickeln? Diese Überlegungen fand ich derart inspirierend, dass ich einfach selbst ein Podcastformat entwickelt habe.

Grünes Coverbild meiner Podcastserie Bei „Gerhard zählt bis Tausend“ geht es genau darum: Ich zähle von 1 bis 1000. Weil das eine ganze Weile dauert, mache ich das nach und nach, jeweils fünfzig Zahlen in einer Podcastfolge. Der Text steht damit von vornherein für jede Folge fest. Die Herausforderung besteht nun darin, jedes Mal anders zu zählen – was immer das bedeutet. Ich werde ja sehen, ob mir genug Ideen für zwanzig Podcast-Episoden einfallen – geplant sind ca. zwei Folgen pro Woche.

Wer die Serie in seinem Podcatcher abonnieren möchte, trage dort die Feed-Adresse charakterziffer.github.io/material/gzbt/podcast.xml ein. Nutzer:innen von iTunes können die Adresse itunes.apple.com/de/podcast/id1456784246 verwenden.

Folge 1: Kriminalstück (22. März 2019)
In der erste Folge zähle ich von eins bis fünfzig mit der Betonung, als würde ich einen Krimi vorlesen. – mp3-Datei (1,0 MB)

Folge 2: Royal Diana (22. März 2019)
Nein, der Titel hat nichts mit Prinzessin Diana zu tun, der bereits verstorbenen Ehefrau des englischen Thronfolgers Charles. Sondern es ist die Typenbezeichnung der Schreibmaschine aus meinem Keller. – mp3-Datei (1,3 MB)

Folge 3: In einem Atemzug (22. März 2019)
Die Zahlen 101 bis 150 erledige ich in dieser Folge mit nur einmal einatmen – außer, mir geht vorher die Luft aus. – mp3-Datei (0,8 MB)

Folge 4: Falsche Nummer (27. März 2019)
Unter 151 152 153 scheint der Anrufer nicht den gewünschten Gesprächspartner zu erreichen. Aber darüber kann man ja reden. – mp3-Datei (1,6 MB)

Folge 5: Gute Nacht! (30. März 2019)
Licht aus und ab ins Bett. Und wer nicht gleich einschläft, kann ja Schäfchen zählen. Mööhh. – mp3-Datei (2,7 MB)

Folge 6: Umgekehrt (4. April 2019)
Hilfe, nach fünf Folgen habe ich mir die Zunge verrenkt! Jetzt kommen alle Zahlen rückwärts aus meinem Mund – dann halt umgekehrt: jistfnüf-dnunia-tädnujafst, … – mp3-Datei (2,1 MB)

Folge 7: Diridari (8. April 2019)
Ein kurzer Blick in die Finanzen (praktisch umgesetzt mithilfe eines Einmachglases voll restlicher Urlaubswährung). – mp3-Datei (1,3 MB)

Folge 8: Arithmophobia (12. April 2019)
Gerade so entkommen, geflohen in den dunklen Wald. Ich wusste es: Unheimliche Mächte wollen diesen Podcast verhindern. – War da ein Geräusch? – mp3-Datei (1,7 MB)

Folge 9: Europa (15. April 2019)
Den Zahlenbereich von 401 bis 450 widme ich allen Europäern. Sich auf Augenhöhe begegnen, die Andersartigkeit des Gegenübers annehmen und Aufgaben gemeinsam angehen – so funktioniert für mich Frieden. – mp3-Datei (2,6 MB)

Folge 10: Diskutabel (22. April 2019)
Ein diplomatischer Moderator, ein tumber Stammtischbruder und eine differenzierungsfreudige Besserwisserin – damit lässt sich doch eine Gesprächsrunde bestreiten. – mp3-Datei (1,4 MB)


Folge 11: Beethoven

Die „Schicksalssinfonie“ ist nicht so ganz meine Tonlage – aber hey! Die Hälfte auf dem Weg bis 1000 ist geschafft, dann kann ich mich auch mal an größere Werke wagen.

– 25. April 2019 · mp3-Datei (1,6 MB)


Folge 12: Zugleich

Mithilfe meiner 49 Doppelgänger konnte ich diese Folge in Null-Komma-Nichts einsprechen.

– 29. April 2019 · mp3-Datei (0,4 MB)


Folge 13: Zahllergie

Zwischen 601 und 650 wird es Zeit, die Taschentücher auszupacken. Diese Zahlen kitzeln nämlich gar schrecklich in der Nase und kratzen im Hals.

– 3. Mai 2019 · mp3-Datei (1,8 MB)


Okay, okay: Jede Folge mit so einem spannenden Cliffhanger enden zu lassen, ist eine ganz linke Masche. Zum Ausgleich gibt es diesmal auch rechte Maschen. Diese Folge möglichst so anhören, dass der Stereoklang deutlich wird – zum Beispiel mit Kopfhörer oder zwischen den Lautsprechern sitzend.

– 8. Mai 2019 · mp3-Datei (1,3 MB)


Folge 15: Wie spät?

Hört, ihr Leut, und lasst euch sagen, unsre Glock’ hat siebenhunderteins geschlagen.

– 12. Mai 2019 · mp3-Datei (1,8 MB)


Folge 16: Aufwärts

Wer ganz nach oben will, muss manchmal Treppensteigen.

– 16. Mai 2019 · mp3-Datei (1,2 MB)


Weitere Folgen

Ich habe noch so einige Ideen. Ob ich alle 20 Folgen tatsächlich produziere, hängt aber vom Interesse an dieser Serie ab. Ich bin da auf eure direkte Rückmeldung angewiesen, weil ich Website-Besucher:innen oder die Abonnent:innen des Podcasts nicht tracken möchte.

Falls ihr also mehr Folgen dieser Serie hören möchtet: Bitte unten kommentieren, mir an postfach2b [ät] web.de schreiben oder sonst irgendwie Rückmeldung geben. Andernfalls gehe ich davon aus, dass „Gerhard zählt bis Tausend“ nicht interessant genug ist, um fertig produziert zu werden. Ach ja: Wer Ideen hat, Fehler findet oder den Podcast ausführlich kritisieren möchte, kann das natürlich auch schreiben.

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Handgeschriebene Briefe

Etwa alle fünf Wochen schreibe ich mal wieder einen persönlichen Brief. Anlass kann ein Geburtstag oder Feiertag sein, eine Antwort auf eine Glückwunschkarte; oft ist es Post für eine meiner zwei Briefbekanntschaften. In der Regel schreibe ich drei bis acht Seiten (meist DIN A5), stecke sie in einen Umschlag und schicke sie per Post auf die Reise.

Brief und grauer Umschlag, mit Breitfeder beschrieben und mit einem Pinsel-Lettering verziert

Ja, ich weiß: Private Briefe sind in Zeiten von E-Mail und WhatsApp kaum noch üblich. Und klar, ich könnte auch hier im Blog oder auf social media darüber schreiben, welche Stücke wir gerade im Chor proben, was für schöne Matheaufgaben mich beschäftigen, wann ich Kuchen gebacken habe und worum es in meiner aktuellen Lektüre geht. Teilweise veröffentliche ich solche Dinge tatsächlich hier im Blog oder auf Twitter. Aber das ist nicht dasselbe.

Lange Laufzeit vertieft Gespräche

Briefe fördern meiner Erfahrung nach ein intensives Zwiegespräch. Man handelt ein Thema nicht kurz ab, sondern versucht zu vertiefen und sich wirklich Gedanken dazu zu machen. Erstens hat man genug Zeilen frei und muss einen Halbsatz nicht schnell abschicken, um ein Gespräch am Laufen zu halten (wie im Chat). Zweitens wird die Antwort auf mein Geschriebenes nicht nach wenigen Minuten eintreffen, sondern erst Wochen später. Wenn ich ein Thema unter diesen Bedingungen am Laufen halten möchte, muss ich schon etwas Substanzielles und Wohlüberlegtes dazu schreiben.

Offline schreiben ohne Ablenkung

Es ist für mich eine willkommene Abwechslung, mich in Ruhe an den Schreibtisch zu setzen und – vielleicht bei einer Tasse Tee – einen Brief zu verfassen. Mir zu überlegen, was ich erzählen möchte, mir Notizen zu machen und schließlich anzufangen, weiterzuschreiben und abzuschließen.

Ich gebe zu, einen mehrseitigen Brief schreibe ich nicht in einem Rutsch. Manchmal möchte ich Termine oder andere Infos nachprüfen, noch den Einkauf erledigen, eine weitere Tasse Tee kochen, … Grundsätzlich ist analoges Briefeschreiben aber doch eine recht konzentrierte und sorgfältige Tätigkeit – ohne die Ablenkung, die moderne Kommunikationsgeräte bereithalten. Ein bisschen digital detox, bei dem ich das Gefühl habe, sehr produktiv zu sein.

Papier regt Kreativität an

Apropos produktiv, ich bin ja gerne schöpferisch: male, zeichne und betreibe Kalligrafie. Briefe nehme ich da oft her, um neue Ideen auszuprobieren. Zum Beispiel übe ich derzeit das Schreiben mit einem Pinselstift und habe den letzten Brief mit meinen ersten Grundstrichen verziert. Oder ich bestemple den Rand mit Blumenranken, klebe farbiges Washi-Tape entlang der Blattkante, male Tupfen mit Wasserfarbe auf … Briefe ermuntern mich, solche Gestaltungsideen einfach mal auszuprobieren.

Sehr gerne lege ich noch verschiedene Dinge mit in den Umschlag. Sie haben manchmal einen direkten Bezug zum Inhalt, manchmal finde ich sie aber auch einfach nur schön. Zum Beispiel kann das ein Ginkgo-Blatt sein, ein aktuell entworfener Flyer, etwas Tee oder Gewürz, eine Collage, eine Origami-Figur oder eine gepresste Schwertlilie aus meinem Garten.

Eine besondere Kommunikation

Durch die verlangsamte Interaktion, das eher überlegte Schreiben und die persönliche Gestaltung übermittelt ein Brief viel mehr als seinen bloßen Inhalt. Ich bin froh, dass ich Menschen habe, mit denen ich mich auf diese Art austauschen kann (schließlich ist Briefe zu verschicken erst dann richtig schön, wenn man auch eine Antwort erhält).

Versendet ihr eigentlich noch private Briefe? Zu welchem Anlass? Wie gestaltet ihr eure Post? Wer übrigens gerne mal einen Brief von mir bekommen möchte, schreibe einfach selbst einen an meine Adresse. Ich antworte dann in gleicher Weise – es kann aber ein wenig dauern (kommt dann aber umso überraschender ☺).

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Sonstiges

Warum „Charakterziffer“?

Das Wort kombiniert Persönlichkeit (Charakter) mit Sachlichem (Ziffer). Zusammengesetzt ergibt sich ein Synonym für Mediävalziffer, eine Zahlenvariante mit Ober- und Unterlängen.

Schriftarten dieses Blogs

Wenn dein Browser eingebettete Schriften (WOFF/WOFF2) unterstützt, dann liest du die Fließtexte hier in der Source Sans Pro von Paul D. Hunt, erschienen 2012 bei Adobe.

Die Überschriften sind aus der czSlab gesetzt, die ich für dieses Blog gestaltet habe. Sie orientiert sich an Yanones viel ausgefeilterer Antithesis von 2014.


Impressum/Datenschutz

Anbieterkennzeichnung nach TMG §5:

Gerhard Großmann · Geibelplatz 10 · 93051 Regensburg
E-Mail: postfach2b [ät] web.de (PGP-Schlüssel), SMS: 0178/1961914

Rechtliche Hinweise

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Website zuletzt erstellt: 2019-05-16T07:54:37+02:00