Warum ich nicht in der Weltsprache Englisch twittere

Ohne Zweifel ist Englisch die Sprache, mit der man weltweit die meisten Leser/Zuhörer erreicht. Wer international von möglichst vielen verstanden werden will, der sollte in dieser praktischen Verkehrssprache twittern.

Sprache hat allerdings nicht nur die Funktion, Informationen zu übermitteln. Wer neben seiner Muttersprache noch weitere Sprachen beherrscht, wird gemerkt haben, dass manches in der Fremdsprache nicht so richtig funktioniert. Meistens fällt es einem auf, wenn man versucht, Gefühle differenziert auszudrücken oder bei Sachverhalten zu argumentieren, bei denen man selbst noch seinen genauen Standpunkt finden möchte.

Zum einen liegt das daran, dass man eine Fremdsprache niemals so sicher beherrscht wie die Muttersprache. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass sich das eigene Denken einfach nicht von der Sprache trennen lässt. Alles was wir denken, denken wir in Sprache.

Und deswegen schreibe ich meine Tweets in deutsch. Ich verbreite keine Neuigkeiten, die möglichst viele erfahren sollen. Lieber formuliere ich Bedenkenswertes, knapp und treffend gekürzt, vielleicht sogar lyrisch angehaucht. Worte wie Gefilde und Geborgenheit (“realm” und “feeling of security”) kann ich niemals so übersetzen, dass sie ihren Inhalt vollständig behalten.

---
Rubrik(en):  #methodik 

Artikel kommentieren

Kommentare werden überprüft, bevor sie veröffentlicht werden. Alle Angaben sind freiwillig, es gibt keine Pflichtfelder (außer das Kommentarfeld selbst).

 (Pseudonym möglich)
 (wird nicht veröffentlicht)

Formatierungen mit HTML sind möglich, z. B. <em>betont</em>, <strong>hervor­gehoben</strong> oder <code>Quelltext</code>. Außerdem Verlinkungen (<a href="http://verlinkte-website.de">Linktext</a>) und Bilder (<img src="http://pfad-zum.de/bild.jpg" alt=Bildbeschreibung">).

← Wir sind gar nicht befreundet

Gedanken übers Schenken →