Für und wider das Vergessen

Das kennt ihr bestimmt: Der Tweet war richtig witzig gewesen, hatte ein verblüffendes Bild im Anhang oder verlinkte zu einem wirklich interessanten Artikel. Das war Anfang der Woche, gar nicht lange her. Jetzt allerdings ist dieser Tweet weg, in der Timeline nicht mehr aufzufinden.

So schnell ein Status-Update seine Leser erreicht, so schnell ist es auch wieder verschwunden. Auch deshalb habe ich mein Mikroblog um diese Seite ergänzt: Damit Tweets, die es wert sein könnten, ein wenig länger Bestand haben. Heute rekapituliere ich eine Serie von Mai/Juni 2011 zum Thema „Erinnerung“.

❥ Einst (1/9): Ein gutes Erinnerungsstück ist nicht, was Ereignisse genau dokumentiert, sondern was die damaligen Gefühle weckt. (#)

◓ Einst (2/9): Vergessen ist durchaus positiv. Es hilft mit Fehlern abzuschließen, Peinlichkeiten zu mildern und Negatives auszufiltern. (#)

☘ Einst (3/9): Glück ist ganz einfach gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis. – Ernest Hemingway (#)

↺ Einst (4/9): Erinnerungen geplant zu vergessen (d. h. Daten zu löschen), heißt auch, die eigene Vergangenheit vorsätzlich zu verändern. (#)

⁙ Einst (5/9): Ein digitales Verfallsdatum kann verhindern, dass böswillige Datensammler Informationen horten. (#)

♻ Einst (6/9): Mit digit. Beweisen früherer Verfehlungen konfrontiert zu werden, ermöglicht, versichern zu können, etwas gelernt zu haben. (#)

⤨ Einst (7/9): Für den Gefallenen ist die Erinnerung Trost und Schmerz zugleich; für den Aufgestiegenen hoffentlich ein guter Maßstab. (#)

⊡ Einst (8/9): Europas größtes Langzeitarchiv ist der Barbarastollen im Schwarzwald. Hier lagern z. B. verfilmte Baupläne des Kölner Doms. (#)

☁ Einst (9/9): Wer daran glaubt, dass Menschen sich ändern können, sollte auch mit jemandes dunkler Vergangenheit umgehen können. (#)

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Rubrik(en):  #kritik  #serie 

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