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Sechs gute und kostenlose Schriftfamilien mit Serifen

Kostenlose Schriftarten gibt es ja wie Sand am Meer. Leider sind die wenigsten von annehmbarer Qualität: Da sind einzelne Zeichen ziemlich schräg gestaltet, es fehlen schon mal die deutschen Umlaute oder die Unterschneidung (Kerning) ist nicht vorhanden.

Die sechs Schriftfamilien, die ich hier vorstelle, haben einen ausreichend großen Zeichensatz, mindestens einen fetten Schnitt plus echte Kursive und eignen sich für den Fließtext. Außerdem dürfen Sie ohne Einschränkungen auch für kommerzielle Projekt verwendet werden.

Schriftprobe Bitter

Eine Schrift mit kräftigen Serifen ist die Bitter. Sie ähnelt der TheSerif, der Adelle und der Museo Slab. Im Gegensatz zu diesen besitzt sie allerdings nur drei Schnitte: Standard, Fett und eine wunderschöne Kursive. Ich verwende sie hier in meinem Blog für alle Überschriften und Links.

Schriftprobe PT Serif

Die PT Serif erschien 2010 bei ParaType, einer russischen Schriftschmiede. Die Schrift deckt einen Großteil der eurasischen Sprachen ab, besonders aber alle offiziellen und fast alle Minderheitensprachen Russlands. Die PT Serif ist fantastisch gehintet, lässt sich also auch in kleineren Größen und auch ohne Schriftglättung hervorragend lesen (zum Beispiel auf alten Windows-XP-Rechnern). Übrigens hat die Schriftfamilie auch einen Sans- und einen Monospace-Partner sowie eine Caption-Variante für kleine Bilduntertitel oder Fußnoten.

Schriftprobe Alegreya

Genau wie die Bitter kommt auch die Alegreya aus der argentinischen Schriftschmiede Huerta Tipográfica. Die kostenlose Variante besteht aus den Schnitten Normal, Fett und Ultra-Fett. Dazu kommen die jeweils passenden Kursiven. Außerdem gibt es gesondert Alegreya Kapitälchen in gleichem Umfang.
UPDATE: Seit 2014 gibt es die Alegreya Sans und den dazugehörige Kapitälchenschnitt.

Die Alegreya besitzt einen kalligrafischen Charakter und kann auch in Überschriften eine literarische Atmosphäre vermitteln. Für Texte in Konsultationsgrößen (6–9 Punkt) ist sie aber ungeeignet. Wer mehr Schnitte benötigt, kann die Pro-Version erwerben.

Schriftprobe Gandhi Serif

Gandhi Serif entstand für Librerías Gandhi, die größte Buchhandelskette Mexikos. Ziel war es, eine vielseitige und lesbare Schrift für den Mengensatz zu gestalten, die gleichzeitig eine ansprechende Ästhetik bietet. Über OpenType-Features lassen sich Ziffernvarianten und Kapitälchen aktivieren. Außerdem gibt es eine begleitende Gandhi Sans.

Schriftprobe Libre Baskerville

Die Basis für die Libre Baskerville ist die klassische Baskerville (entstanden 1757), allerdings mit weniger Kontrast und einer deutlich größeren x-Höhe. Damit ist sie besser für Text in Lesegrößen und der Verwendung im Web geeignet. Trotzdem behält sie den Charme der althergebrachten Übergangsantiqua.

Schriftprobe Noticia Text

Die Schrift Noticia Text kommt ziemlich grob daher. Dank gutem Hinting und großer x-Höhe ist sie auch für kleine Schriftgrößen geeignet – für Überschriften wurde sie nicht entwickelt. Laut der Website des Designers sind weitere Varianten geplant – allerdings habe ich nichts mehr dazu gefunden.

Wer die vorgestellten Schriftfamilien im Web verwenden möchte und ungern selbst hostet: Bis auf Gandhi Serif finden sich alle Schriften auch auf Google Fonts. Übrigens ist dieser Blogeintrag eine Antwort auf Gerrit van Aakens Sechs kostenlose Schriftfamilien ohne Serifen. Über weitere Schrifttipps und Kommentare würde ich mich sehr freuen!

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Rubrik(en):  #typografie 

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