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Krimigeschichten mit Richter Di

Nicht nur die Pest wütet im alten China, auch eine Mordserie erschüttert die Hauptstadt. Und die Lösung scheint in den Scherben einer Vase zu liegen …

Das ist die Handlung von „Mord nach Muster“, einem Krimi von Robert van Gulik (1910–1967). Der niederländische Diplomat interessierte sich schon früh für die chinesische Sprache und Kultur und arbeitete nebenberuflich als Schriftsteller, Musiker und Zeichner. 1949 übersetzte Robert van Gulik einen chinesischen Krimi aus dem 18. Jahrhundert. Die Titelfigur darin war Richter Di, ein Beamter aus dem alten China – genauergesagt um 630 bis 700 nach Christus.

Die Übersetzung „Die merkwürdigen Kriminalfälle des Richter Di“ kam so gut an, dass Robert van Gulik begann, eigene Geschichten rund um den historischen Ermittler zu schreiben. Es entstanden vierzehn Romane und zwei Erzählbände. Typisch für die Krimis ist, dass nicht nur ein Verbrechen aufgeklärt wird. In der Regel ermitteln Richter Di und seine Gerichtsbeamten in gleich drei Kriminalfällen, die nur manchmal miteinander zu tun haben. Die Geschichten sind zwar fiktional, die Darstellungen der damaligen Gesellschaft und Kultur entsprechen aber den Tatsachen (Robert van Gulik war auch Sinologe).

📖 Lese gerade »Mord nach Muster« von Robert van Gulik. Darin rätselt Richter Di über eine Mordserie rund um eine zerschlagene Porzellanvase.

Mir gefällt besonders die Erzählweise der Richter-Di-Krimis. Die Ermittlungen zu den einzelnen Kriminalfällen sind geschickt miteinander verwoben und als Leser kann man miträtseln, warum Richter Di zur Aufklärung zwei Straßenmädchen kauft, warum er sich als Wahrsager kostümiert oder seine Beamten zu einem bestimmten Kaufmann schickt. Und ganz nebenbei erfährt man, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten, welche Bräuche es gab und welche gesellschaftlichen Konflikte.

Inzwischen taucht Richter Di auch in Romanen anderer Autoren auf. „Halskette und Kalebasse“ wurde als Hörspiel produziert und es gibt den Film „Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen“.

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Rubrik(en):  #kritik  #sujet 

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