Podcasts als Informationsquelle

Ich bin ein Ohrenmensch. Nicht weil ich ein absolutes Gehör hätte oder besonders viel Musik hören würde, sondern weil ich einen Großteil meiner Informationen übers Gehör konsumiere – in Form von Nachrichten, Magazinen oder Diskussionen (über Hörspiele habe ich ja schon geschrieben; meinen Internetkonsum lasse ich aus dramaturgischen Gründen mal außen vor). Dabei höre ich nicht nur gerne das Wortprogramm im Radio, sondern habe auch so einige Podcasts abonniert.

Podcasts?

Ja genau: Diese regelmäßig erscheinenden Audio-Dateien, die man im Internet findet und mithilfe eines Programms („Podcatcher“) automatisiert herunterladen kann.

In den letzten Jahren erlebt der Begriff Podcast einen Bedeutungswandel und einige meinen damit grundsätzlich jede Audiodatei, die man im Netz anhören kann; für mich muss ein Podcast aber regelmäßig erscheinen und plattformunabhängig sein. Wenn ich mir zum Anhören erst die spezielle App eines bestimmten Herstellers installieren muss, dann ist es in meinen Augen kein Podcast mehr, sondern höchstens eine Audio-Show oder -Serie. Diskutiert wurde darüber letztens im Podcast Frequenz 4000 (Folge 6, ab ca. 12 min 30 s):

Mein Ohr liebt …

Ich höre Podcasts übrigens schon seit über zehn Jahren. Am Rechner meiner Hochschule lud ich mir dereinst mit dem Podcatcher on a Stick die mp3-Dateien direkt auf einen USB-Stick, um sie daheim anzuhören – hach, Nostalgie! Damals begeisterten mich vor allem private Erzählpodcasts wie Schlaflos in München oder der Blick über den Tellerrand.

Heute bevorzuge ich eher die Produktionen öffentlich-rechtlicher Radiosender; das sind normalerweise Radiosendungen, die nach ihrer Ausstrahlung noch ins Netz gestellt werden (beispielsweise die tägliche Nachrichtensendung DRadio Wissen Update, das samstägliche WDR5-Medienmagazin Töne, Texte, Bilder oder Computer und Kommunikation vom Deutschlandfunk).

Dazu kommen einige private Sendungen wie der Video-Podcast von Belles Lettres über Sprache oder der Technik-Podcast Systemfehler des Podcast-Labels Viertausendhertz. Vom englischsprachigen Podcast-Erfolg Serial habe ich mir die erste Staffel nachträglich angehört.

Zeitsouverän, automatisch und mobil

Im Gegensatz zu Sendungen im Radio bin ich mit Podcasts zeitlich unabhängig. Ich höre mir einen Audiobeitrag an, wenn ich es möchte, nicht weil er gerade im Rundfunk läuft. Ich muss auch nicht regelmäßig mehrere Websites abgrasen, ob es schon eine neue Episode zum Herunterladen gibt – das macht mein Podcatcher-Programm für mich. Bei Audio habe ich zudem Augen und Hände frei, kann nebenher aufräumen oder einen Podcast unterwegs anhören, ohne gegen Straßenlaternen zu laufen.

Wie sieht es mit eurem Medienkonsum aus? Konsumiert ihr neben Musik reine Audioformate? Zur Information oder mehr als Unterhaltung?

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Rubrik(en):  #ansporn  #kritik 

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