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Ein gefalteter Stier

Origami-Figuren sind meistens kantig und abstrakt, dabei dennoch gut zu erkennen. Das fasziniert mich am Papierfalten, diese Reduktion auf das Wesentliche. Im folgenden zeige ich eine Anleitung für einen eher einfachen Stier (mit fortgeschrittener Gegenbruchfalte). Auf meiner Quelle für dieses Modell wird als Autor George Rohads genannt.

Übrigens: Wem die ersten vier Schritte hier zu schnell gehen, sollte sich meine vorherige Faltanleitung für einen Karpfen ansehen. Dort führen die Schritte 1 bis 7 auf einem anderen Weg zum gleichen Ergebnis. Und falls es selbst nach mehreren Versuchen nicht klappt mit dem Stier, dann ist eine schöne Papierschachtel bestimmt ein guter Trost. Los geht’s:

1. Man benötigt ein quadratisches Papier, zum Beispiel mit einer Seitenlänge von 15 cm. Die Diagonalen vorfalten. Dann zwei benachbarte Kanten zur entsprechenden Diagonalen falten, damit die Drachenform in Schritt 2 entsteht.

2. Wieder auffalten.

3. Auch die beiden anderen Kanten zur Diagonale falten und wieder entfalten.

4. Nun alle vier Papierkanten an den eben entstandenen Faltlinien zur Diagonale bringen. Die entstehenden Zacken flach zusammenfalten und nach unten legen, so dass die Form wie in Schritt 5 entsteht.

5. Die Form in der Mitte entlang der Diagonale falten, dabei den unteren Teil nach hinten umschlagen, damit die beiden Zacken außen bleiben.

6. Die äußeren Spitzen mit einer Gegenbruchfalte nach oben bringen. Dazu an den gekennzeichneten Linien zunächst gut vorfalten (siehe 6b) und wieder entfalten. Dann die Spitzen oben öffnen und die mittlere Kante umkehren und nach innen holen. Das Ergebnis für die linke Spitze ist im Schritt 6c zu sehen. Mit der rechten Spitze ebenso verfahren.

7. Die rechte Spitze mit einer Gegenbruchfalte wieder nach unten holen. Dabei an der gestrichelten Linie im Bild orientieren, das Ergebnis ist im nächsten Bild zu sehen.
Außerdem die großen Zacken in der Mitte der Figur nach unten falten (jeweils auf Vorder- und Rückseite der Figur).

8. Auch die linke Spitze wieder mit einer Gegenbruchfalte nach unten bringen.

9. Und schon wieder eine Gegenbruchfalte: Die linke Spitze erneut nach oben bringen, so dass ein schöner Stierkopf mit Horn entsteht.

10. Den Kopf an der gestrichelten Linie öffnen (also obere Papierschicht nach oben umfalten, untere nach unten). Das Horn des Stiers dabei nach vorne falten. Es ergibt sich der Nasenrücken, wie bei Schritt 11 zu sehen.

11. & 12. Schließlich die kleine Ecke unterhalb des Horns ein wenig herausfalten, so dass ein Ohr entsteht. Auf der Rückseite wiederholen.

Ich hoffe, euer „Stierkampf“ führt zu einem guten Ergebnis. Wenn am Ende etwas Erfreuliches herauskommt, kann Origami auch eine sehr entspannende, meditative Tätigkeit sein. Viel Vergnügen beim Nachfalten!

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Rubrik(en):  #sujet 

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