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Das Netz ergänzt die Zeitung

Das Rieplsche Gesetz besagt, dass kein Medium, das sich einmal bewährt hat, von einem anderen gänzlich ersetzt oder verdrängt wird. Radio, Fernsehen und Videotext waren bislang keine vernichtende Konkurrenz zur Zeitung. Doch das könnte auch daran liegen, das keines davon genügend Platz für relativ aktuelle, ausgewogene Textinformation geboten hat.

Mit dem Internet ist das etwas anderes: Hier lässt sich beliebig viel und beliebig aktuell veröffentlichen. Die Texte und Fotos können einfach durch Hörbeiträge und Videos ergänzt werden. Sogar Leserbriefe kommen in Form von Kommentaren schneller an.

Ist das Internet also die bessere Zeitung? Womöglich. Natürlich hat auch das Papiermedium einige Vorteile:

Letzteres könnte sich mit besserer Typografie und mehr Gewohnheit aber bald ändern. Schon jetzt sind die meisten Computer handlicher als ein Nordisches Format. Sollten Verleger ihr Papiermedium also besser aufgeben und sich mehr auf Geschäftsmodelle fürs Internet konzentrieren? Ich finde: nein. Aber sie sollten Ihren Blickwinkel ändern und vor allem aufhören, vollständige Artikel kostenlos ins Netz zu stellen.

Hauptaugenmerk sollte nicht sein, welchen Zusatznutzen das Internet bietet, sondern welchen Zusatznutzen die Papierzeitung bringt. Das Internet sollte dann nur als Ergänzung aufgefasst werden. Es erweitert die Zeitung um die Vorteile, die sie selbst nicht liefern kann. Folgende Ideen hätte ich:

Damit ist natürlich noch nicht die Frage geklärt, wie Zeitungen mit dem Internet Geld verdienen können – im Gegenteil: Wahrscheinlich kostet es sogar mehr, Begleitseiten zu den Artikeln zu pflegen als automatisiert neue Texte einzustellen. Aber Zeitungen behalten ihre Bedeutung ohne aufs Internet verzichten zu müssen. Wie praxistauglich meine Vorschläge sind, kann ich als Branchenfremder nicht einschätzen. Ich freue mich sehr über Kommentare dazu.

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Rubrik(en):  #kritik 

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