@charak
terziffer

Manches braucht mehr als 140 Zeichen …

Auf dieser Website ist Platz für das, wofür mein Twitterprofil @charakterziffer nicht ausreicht. Mein Blog ist als Plus zu meinen Tweets gedacht, eben „@cz+“. // Die letzten drei Artikel:

@cz+ grafisch überarbeitet

Gut drei Jahre ist es her, dass mein kleines Blog hier ein neues Gewand bekommen hat. Und so langsam hatte ich mich daran satt gesehen: Zu dominanter Hintergrund, zu gewöhnliche Schriftmischung, irgendwie zu beengt. Gründe genau für eine Überarbeitung. Im Gegensatz zur letzten Umgestaltung hat sich technisch nicht viel verändert. Diesmal habe ich den Schwerpunkt auf die optische Erscheinung gelegt.

Das vorige Design ist mir mit der Zeit zu eng geworden. Mir gefällt der grüne Hintergrund noch immer sehr gut, zumal größere, farbkräftige Flächen im Internet eher ungewöhnlich sind. Zunehmend hatte ich aber den Eindruck, die grüne Fläche ist so stark, dass sie den Inhalt nicht nur rahmt, sondern regelrecht einsperrt und klein hält.

mein Blog bis März 2017

Raum für Texte

Ich wollte dem Text mehr Platz verschaffen. Deshalb habe ich als erstes die Schrift von 12 pt (16px/1em) auf 13,2 pt (17,6px/1,1em) vergrößert, so lässt es sich auch bequemer lesen. Folglich ergaben sich eine breitere Textspalte und ein größerer Zeilenabstand.

Ob ich die graue Randspalte erhalten soll, darüber war ich mir lange Zeit unschlüssig. Sie stört, wenn ich ein eher minimales Design haben möchte, das sich auf den eigentlichen Text fokussiert. Andererseits gefällt mir der einladende Kurztext und er dient auch der Navigation ins Archiv oder zum RSS-Feed. Also habe ich ihn als durchscheinenden Kasten auf die rechte Seite gesetzt. Wird das Browserfenster schmaler, verschwindet der Kasten nach unten und stattdessen erscheint rechts oben ein reduziertes Menü zu den wichtigsten Bereichen meines Blogs.

Eigenständiges Design

Wenn man Gestaltungselemente reduziert oder abschwächt, besteht leicht die Gefahr, dass sich eine Website grafisch wenig von anderen unterscheidet und im Einheitsbrei untergeht. Ich wollte die charakteristischen Merkmale zwar zurückhaltend einsetzen, sie im Gegenzug aber möglichst einzigartig gestalten. Neben meinem Logo oben links lasse ich deshalb die Farbe Grün als Streifen am rechten Rand wieder auftauchen. Ja, ich weiß, Triangle Patterns liegen jetzt schon seit über drei Jahren im Trend und werden ihren Zenit sicher bald überschritten haben. Trotzdem: Ich fand es einfach zu reizvoll, mir wie im vorigen Design ein kristallines Muster zu basteln. Die Besonderheit diesmal: Es besteht nicht aus einer Bilddatei, sondern wurde per CSS aus vier Farbverläufen zusammengesetzt.

Vergleich von Überschriften und Randspalte

Weitaus einmaliger ist die Schriftart, die ich nun für Überschriften und Links verwende. Ich wollte mich ja schon länger von der Bitter verabschieden, auch weil sie in Kombination mit meiner Textschrift Source Sans Pro dank eines populären WordPress-Themes recht verbreitet ist. Um mich von anderen Websites abzugrenzen, verwende ich nun die cz Slab, die ich selbst extra für dieses Blog gestaltet habe. Sie ist stark von Yanones genialer Antithesis inspiriert, ist dabei aber etwas schmaler, fetter, angepasster und hat eine geringere x-Höhe.

Vom neuen Design erhoffe ich mir, dass es großzügiger, offener und leichter wirkt als sein Vorgänger. Wem die jetzige Schrift übrigens zu groß sein sollte, der kann die Zoom-Funktion seines Browsers nutzen und den Text mit der Tastenkombination Strg + - verkleinern (zurücksetzen dann mit Strg + 0).

---
2 Kommentare

Wo Texte eine Bleibe finden

Kürzlich habe ich den Band „Die perfekte Lesemaschine“ gelesen. Darin beleuchtet Roland Reuß in fünfzig Essays verschiedene Aspekte zur Ergonomie des Buches – so der Untertitel. Mir gefiel das Buch recht gut, obwohl (oder auch weil) ich nicht immer der Meinung des Autors war. Hätte er doch nur auf die übertriebenen Bildungsprotzwörter verzichtet (Quisquilie, distrahierend, …) und bloßen Lobpreis des Materials vermieden (Bücher besäßen haptisch erfahrbare Körperlichkeit, das Lesen am Bildschirm sei pathologisch planimetrisch, S. 25) …

Inhaltlich waren die Essays nachvollziehbar, größtenteils gut begründet und vor allem sehr anregend. In diesem Blogeintrag möchte ich mich mit einer Frage aus dem Buch beschäftigen, die der Autor scheinbar plausibel beantwortet, aber meiner Meinung nach nicht ganz durchdacht hat.

Stabiles Buch, vergängliches Internet?

Ein Buch biete einem Text eine Bleibe, um langfristig unverändert zu bestehen. Im Internet seien Texte dagegen instabil und abhängig von technischen, politischen und ökonomischen Bedingungen, z. B. Elektrizität, Zensurfreiheit oder profitablem Serverbetrieb.

Diese Gegenüberstellung macht Roland Reuß einige Male (wie auf S. 23 oder S. 75), vor allem im Essay „Bleibe“ (S. 17f). Damit wird angedeutet, wie überlegen das Buch doch dem Internet sei. Und für sich betrachtet stimmen die beiden Aussagen über Buch und Internet auch, doch der direkte Vergleich führt in die Irre. Und das liegt nicht nur daran, dass die Stärken des einen Gegenstands mit separaten Schwächen des anderen verglichen werden (man würde ja auch nicht die Anfälligkeit für Insektenfraß der weltweiten Verfügbarkeit gegenüberstellen).

Es bleibt, was man bewahren will

Eine wichtige Voraussetzung, damit ein Text erhalten bleibt, ist zunächst einmal das Interesse daran. Wenn der Inhalt eines Buchs niemanden (mehr) anspricht, so wandert es vom Dachboden ins Altpapier und wird aus Bibliotheksbeständen genommen. Genauso wie Blogartikel und belanglose Kommentare untergehen, für die sich einfach keiner interessiert.

Nun verschwinden durch mangelndes Interesse sicher mehr Online-Texte als Buchtexte. Das liegt aber nicht unbedingt an der Erscheinungsform, sondern daran, dass Buchinhalte vorgefiltert werden. Schließlich lehnt ein Verleger von vornherein alle Texte ab, an denen voraussichtlich kaum Interesse besteht. Wer hier also die vielen ungelesenen Netzinhalte anführt, muss die von Verlagen zurückgewiesenen Manuskripte ebenfalls berücksichtigen.

Wenn niemand Interesse daran hat, dann besteht ein 3000-fach gedrucktes Taschenbuch nicht länger als beispielsweise die erste Internetseite http://info.cern.ch/ von 1989.

Es bleibt, was sich nicht abnutzt

Wer diesen Satz hier liest, sieht eigentlich nur eine Kopie der Daten, die auf einem entfernten Server liegen. Es ist der Abruf dieses Textes. Roland Reuß berücksichtigt diese Feinheit nicht und schreibt über Texte im Internet: „Trivialerweise bedarf es der Elektrizität, damit diese Art von Schrift gelesen werden kann“. Was natürlich stimmt, aber nicht den Kern trifft. Schließlich ist ein Text nicht verschwunden, wenn ein Stromausfall die Internetverbindung kappt; er liegt immer noch unbeschadet auf dem Server. Er ist nur genauso unzugänglich wie ein Buch, wenn es gerade jemand anderes in der Hand hält oder die Bibliothek geschlossen hat.

Um Bücher und digitale Texte in dieser Hinsicht fair miteinander vergleichen zu können, muss man von beiden entweder die tatsächliche Speicherform betrachten oder eben den jeweiligen Abruf (das vielfache Lesen).

Wer möchte, dass ein Text lange Zeit besteht, speichert ihn am besten in einer möglichst haltbaren Form. Das Buch ist einigermaßen beständig, hat mäßig hohe Anforderungen an die Lagerung und ist auch nach vielen Jahren noch leicht lesbar. Zwecks einer langen Lebensdauer wählt man natürlich kein säurehaltiges Papier, das sich bereits nach hundert Jahren zersetzen würde. Genauso würde man für einen digitalen Text keine CD-R verwenden, deren Beschichtung nach 10 Jahren abblättert. Eher würde man die einzelnen Bits zum Beispiel auf eine Messingscheibe gravieren – sie ist länger haltbar und leichter zu lagern als jedes Buch. Die technische Lesbarkeit in, sagen wir, 2000 Jahren ist eine andere Frage, welche schon die Voyager Golden Records zu beantworten versucht haben.

Was die langfristige Abrufbarkeit angeht, kommt es im Grunde nur auf die Anzahl der Kopien an. Wird ein Text tausendfach aus nur einem einzigen Buchexemplar gelesen, wird dieses schon sehr bald zerfleddert sein. – So wie auch die Messingscheibe leidet, wenn sie immer wieder in ein Laufwerk gelegt wird. Je öfter der Text allerdings in Kopie vorliegt, desto unempfindlicher ist er gegen eine Abnutzung durchs Lesen/Abrufen. Ein digitaler Text ist hier im Vorteil. Ihn milliardenfach zu kopieren ist deutlich einfacher, als die gleiche Anzahl an Büchern herzustellen.

Keine gefühlten Beweise, bitte!

Mag sein, dass ein altehrwürdiges Buch für einen Text eine angemessenere Bleibe bietet, als das kalte, digitale und ruhelose Internet – doch das ist ein emotionales Argument ohne sachliche Substanz. Genauso könnte man ein Buch als Kerkerzelle verunglimpfen, während sich Texte im Internet frei überall hinbewegen können. Ebenfalls ein emotionales Argument.

Um zu bleiben, braucht ein Text vor allem erst einmal interessierte Leser – dann wird er seine Bleibe schon finden. Ob nun in einem Buch, auf einer Messingscheibe oder als elektronische Blitze im weltweiten Netz.

Schlussbemerkung

In diesem Artikel habe ich mich auf den Aspekt der Bleibe im Sinne der Beständigkeit beschränkt. Die Frage, ob Texte im Buch oder im Netz besser aufgehoben sind, hat noch viele andere Facetten. So haben Online-Texte eine potenziell höhere Reichweite, dafür ist Gedrucktes geschützter gegen Veränderungen (negativ wie positiv). Dazu kommen Gesichtspunkte wie die Abhängigkeit von großen Internetkonzernen, ein begrenzendes Urheberrecht, Books on Demand, typografische Qualität … und letztlich auch die Frage, ob und welche Texte überhaupt bleiben sollten.

---
Artikel kommentieren …

Der Jäger am Himmel

Vom Spätherbst bis Frühlingsanfang steht er jede Nacht gut sichtbar am Himmel: Orion. Er ist das auffallendste Sternbild des Winterhimmels, denn er enthält viele helle Sterne in einer einprägsamen Anordnung, zum Beispiel Beteigeuze und Rigel. Die drei Sterne Alnitak, Alnilam und Mintaka stehen sehr eng in einer Reihe und bilden den Gürtel des Orion.

Das Sternbild Orion
Ergänztes Bildschirmfoto aus dem Programm Stellarium. Illustrationen der Sternbilder von Johan Meuris, veröffentlicht unter der Lizenz Freie Kunst.

Benannt ist Orion nach einem riesigen Jäger aus der griechischen Mythologie. In einer Geschichte soll dieser übereifrig versucht haben, alle Tiere des Erdkreises zu töten. Die Erde selbst hat daraufhin den Skorpion hervorgebracht, der Orion durch einen Stich tötete. Nachdem ein Heiler vergeblich versucht hat, den Jäger zu retten, wurden Orion und der Skorpion als Sternbilder an den Himmel gesetzt, wo sie sich noch heute jagen.

Weil das Sternbild so auffällig ist, haben viele altertümliche Völker ihre eigenen Figuren darin entdeckt: Die Sumerer erkannten darin ein Schaf, die Ägypter ihren Gott Osiris und für die Germanen bildeten die Sterne einen Pflug. Fest steht jedenfalls, dass Orion auch heute Abend wieder am Himmel auftaucht und im Süden seine Bahn zieht.

---
Artikel kommentieren …

Alle Artikel im Archiv lesen …

Sonstiges

Warum „Charakterziffer“?

Das Wort kombiniert Persönlichkeit (Charakter) mit Sachlichem (Ziffer). Zusammengesetzt ergibt sich ein Synonym für Mediävalziffer, eine Zahlenvariante mit Ober- und Unterlängen.

Schriftarten dieses Blogs

Wenn dein Browser eingebettete Schriften (WOFF/WOFF2) unterstützt, dann liest du die Fließtexte hier in der Source Sans Pro von Paul D. Hunt, erschienen 2012 bei Adobe.

Die Überschriften sind aus der czSlab gesetzt, die ich für dieses Blog gestaltet habe. Sie orientiert sich an Yanones viel ausgefeilterer Antithesis von 2014.


Impressum

Anbieterkennzeichnung nach TMG §5:

Gerhard Großmann · Geibelplatz 10 · 93051 Regensburg
E-Mail: postfach2b [ät] web.​de, SMS: 0178/1961914

Rechtliche Hinweise

§1 Die Verwendung meiner Kontaktdaten zur gewerblichen Werbung ist ausdrücklich nicht erwünscht; ich widerspreche hiermit jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe meiner Daten. // Private Fanpost ist allerdings sehr willkommen!

§2 Dieses Blog verlinkt auf Websites Dritter („externe Links“). Zum Zeitpunkt der erstmaligen Verlinkung waren dort keine Rechtsverstöße ersichtlich. Da ich keinen Einfluss auf fremde Websites habe, kann ich für deren Inhalte und Gestaltung keine Haftung übernehmen. Sollte ich von Rechtsverstößen erfahren, entferne ich die Verlinkung unverzüglich. Eine ständige Kontrolle der externen Links ist ohne konkrete Hinweise aber nicht zumutbar.

Website zuletzt erstellt: 2017-04-26T00:14:07+02:00