Manches braucht mehr als 140 Zeichen …

Auf dieser Website ist Platz für das, wofür mein Twitterprofil @charakterziffer nicht ausreicht. Mein Blog ist als Plus zu meinen Tweets gedacht, eben „@cz+“. // Die letzten drei Artikel:

Verfettet und schräggestellt

Endlich haben sich Webfonts durchgesetzt. Internetseiten können nun in ganz anderen Schriftarten erscheinen als nur in web-safe fonts wie Arial, Georgia oder Verdana. Einfach die Schriftdateien auf den Server laden und im CSS verlinken:

@font-face {
  font-family: 'Beispielschrift';
  font-style: normal; font-weight: 400;
  src: url(Pfad/zur/Schrift-Regular.woff2) format('woff2'),
  url(Pfad/zur/Schrift-Regular.woff) format('woff');
}

Damit versorgt man über 90% der Internetnutzer mit der „Beispielschrift“ und kann seinen Webauftritt individueller und stimmiger gestalten. Doch alle Klippen hat man damit noch nicht umschifft. Wichtig ist nämlich, genau den Schriftstil einzubetten, der später auch verwendet wird. Womit wir beim Thema dieses Blogeintrags sind.

Regular hilft nur im Normalfall

Viel zu oft binden Website-Betreiber nicht den richtigen Schriftschnitt ein. Das passiert sogar bekannten Anbietern wie Github (siehe “Trending repositories”), Alnatura (alle fetten Hervorhebung im Text) oder der Washington Post (bei den Zwischenüberschriften).

Meistens wird vergessen, dass der Browser Überschriften oder Hervorhebungen mit <strong> standardmäßig fett darstellt. Wenn man seine Beispielschrift nun wie oben verlinkt und einfach einer Überschrift zuweist, wird der Browser zu rechnen beginnen. Er verfettet die Schrift künstlich, da er ja nur die Datei für den Normalschnitt vorfindet.

Künstlich verfettete Schrift verglichen mit echtem Fettschnitt

Manchmal klappt die künstliche Verfettung relativ gut, abhängig vom Browser und der Schrift. Sie sieht aber immer schlechter aus als der richtige Fettschnitt. Fettgerechnete Buchstaben wirken oft klecksig, i-Punkte kleben am Stamm, kleine Öffnungen laufen zu und die Schrift wird schlechter lesbar. Ähnliches gilt für kursive Schriftschnitte.

Die Übereinstimmung ist entscheidend

Dabei lassen sich mathematische Schrägstellung und Verfettung recht leicht vermeiden. Man muss nur das Schriftgewicht (font-weight) und die Schriftneigung (font-style) beim gewählten HTML-Element genauso angeben wie bei der Font-Datei, die dafür verwendet werden soll. Möchte man also die Überschrift fett und dazu kursiv haben, kommt ins CSS …

h1 { font: 1.5em/1.2 'Playfair Display';
     font-weight: 700; font-style: italic; }

Die Schriftdatei bindet man dann ein mit …

@font-face { font-family: 'Playfair Display';
  font-weight: 700; font-style: italic;
  src: url(Pfad/zur/Playfair-BdIt.woff) format('woff');
}

Man beachte jeweils die zweite Zeile: Die Angaben bei dem HTML-Element und der Einbettung stimmen überein. Dadurch erscheint der Webfont dann genau so, wie ihn der Schriftgestalter sorgfältig hergestellt hat.

Normalschnitt verschrägt und verfettet, darunter der richtige Schriftschnitt

Übrigens: Es ist egal, ob man das Schriftgewicht in Zahlen (300, 400, 700, …) oder in Worten angibt (light, normal, bold, …). Es muss noch nicht einmal dem eigentlichen Gewicht der Schriftdatei entsprechen. Zum Beispiel kann man einen Regular-Schnitt verlinken, aber als bold deklarieren. So wird eine Fallback-Schrift fett angezeigt, falls beim Laden der Webschrift etwas schief geht. Das habe ich zum Beispiel hier im Blog mit meiner Titelschrift Bitter gemacht, die mir als Regular-Variante schon fett genug erscheint.

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Podcasts als Informationsquelle

Ich bin ein Ohrenmensch. Nicht weil ich ein absolutes Gehör hätte oder besonders viel Musik hören würde, sondern weil ich einen Großteil meiner Informationen übers Gehör konsumiere – in Form von Nachrichten, Magazine, Diskussionen (über Hörspiele habe ich ja schon geschrieben; meinen Internetkonsum lasse ich aus dramaturgischen Gründen mal außen vor). Dabei höre ich nicht nur gerne das Wortprogramm im Radio, sondern habe auch so einige Podcasts abonniert.

Podcasts?

Ja genau: Diese regelmäßig erscheinenden Audio-Dateien, die man im Internet findet und mithilfe eines Programms („Podcatcher“) automatisiert herunterladen kann.

In den letzten Jahren erlebt der Begriff Podcast einen Bedeutungswandel und einige meinen damit grundsätzlich jede Audiodatei, die man im Netz anhören kann; für mich muss ein Podcast aber regelmäßig erscheinen und plattformunabhängig sein. Wenn ich mir zum Anhören erst die spezielle App eines bestimmten Herstellers installieren muss, dann ist es in meinen Augen kein Podcast mehr, sondern höchstens eine Audio-Show oder -Serie. Diskutiert wurde darüber letztens im Podcast Frequenz 4000 (Folge 6, ab Restzeit ca. 43 Minuten):

Mein Ohr liebt …

Ich höre Podcasts übrigens schon seit über zehn Jahren. Am Rechner meiner Hochschule lud ich mir dereinst mit dem Podcatcher on a Stick die mp3-Dateien direkt auf einen USB-Stick, um sie daheim anzuhören – hach, Nostalgie! Damals begeisterten mich vor allem private Erzählpodcasts wie Schlaflos in München oder der Blick über den Tellerrand.

Heute bevorzuge ich eher die Produktionen öffentlich-rechtlicher Radiosender; das sind normalerweise Radiosendungen, die nach ihrer Ausstrahlung noch ins Netz gestellt werden (beispielsweise die tägliche Nachrichtensendung DRadio Wissen Update, das samstägliche WDR5-Medienmagazin Töne, Texte, Bilder oder Computer und Kommunikation vom Deutschlandfunk).

Dazu kommen einige private Sendungen wie der Video-Podcast von Belles Lettres über Sprache oder der Technik-Podcast Systemfehler des Podcast-Labels Viertausendhertz. Vom englischsprachigen Podcast-Erfolg Serial habe ich mir die erste Staffel nachträglich angehört.

Zeitsouverän, automatisch und mobil

Im Gegensatz zu Sendungen im Radio bin ich mit Podcasts zeitlich unabhängig. Ich höre mir einen Audiobeitrag an, wenn ich es möchte, nicht weil er gerade im Rundfunk läuft. Ich muss auch nicht regelmäßig mehrere Websites abgrasen, ob es schon eine neue Episode zum Herunterladen gibt – das macht mein Podcatcher-Programm für mich. Bei Audio habe ich zudem Augen und Hände frei, kann nebenher aufräumen oder einen Podcast unterwegs anhören, ohne gegen Straßenlaternen zu laufen.

Wie sieht es mit eurem Medienkonsum aus? Konsumiert ihr neben Musik reine Audioformate? Zur Information oder mehr als Unterhaltung?

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Tintengläschen voller Farben

Als bevorzugtes Schreibgerät verwende ich einen Füller. Seit gut anderthalb Jahren ist das ein Kaweco SPECIAL Füllhalter, davor waren es ein sehr alter Aufziehfüller und ein einfacher Werbegeschenk-Füller.

Was alle drei gemeinsam haben? Ich bestück(t)e sie nicht mit Patronen, sondern befüll(t)e sie direkt aus dem Tintenglas. Das halte ich für eine ökonomische und umweltfreundliche Art zu schreiben. Auch was die Tintenfarbe angeht, bin ich so flexibler, schließlich kann ich den gewünschten Farbton aus erhältlichen Tinten mischen (was ich aber eher selten mache).

Anfangs habe ich nur mit gewöhnlicher königsblauer Tinte geschrieben (von Lamy und Pelikan). Vor zehn Jahren habe ich mir dann mal in einem Bamberger Schreibwarenladen ein Gläschen Havanna-Braun von Waterman gekauft. Es schien mir eine schöne Ergänzung zum normalen Blau. Und wenn man erst einmal damit angefangen hat …

Derzeit verwende ich sieben verschiedene Tintenfarben – eine recht vernünftige Anzahl, wie ich finde. Nachdem ich zuletzt vor drei Jahren zwei Tintengläser geschenkt bekommen habe (man kennt mich ja), habe ich mir einen Einkaufs- und meinen Bekannten einen Tinten-Schenke-Stopp verordnet. So viel kann ich sonst ja gar nicht aufs Papier bringen.

Die Farben meiner sieben Tinten
Leider gibt der Scan die Farbtöne nur mäßig gut wieder. Türkis, violett und vor allem safranfarben sind im Original viel leuchtender.

Meine Farbpalette reicht von sehr hellem Orange über gedämpftes Rot, gedecktes Graugrün, leuchtendes Türkis und zurückhaltendes Violett bis hin zu schmutzigem Braun und dunklem Blauschwarz. Einmal aufgetankt hält die Tinte ungefähr einen Monat, danach wechsle ich erschreckend systematisch auf die nachfolgende Farbe (es gibt da eine gewisse Reihenfolge …). Als schönen Nebeneffekt sehe ich an der Tintenfarbe gleich, in welchem Monat ungefähr ich etwas geschrieben habe.

Zu welchen besonderen Anlässen ich meinen Füller verwende? Zu gar keinen; ich schreibe nämlich nahezu alles damit: Einkaufszettel, Notizbucheinträge, Rezepte, Textskizzen, … und gelegentlich auch Briefe.

Wer übrigens schon immer mal einen handgeschriebenen Brief von mir bekommen wollte, schicke mir einfach einen ebensolchen an meine Adresse. Ich antworte mindestens im gleichen Umfang … nun ja, außer es sind mehr als fünf A4-Seiten. Im Augenblick käme die Antwort in (mit der Zeit nachgedunkeltem) Braun zurück, ab Mitte/Ende Juli in Seetang-Grün.

Schreibt ihr noch mit der Hand? Habt ihr einen „Lieblingsstift“?

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Sonstiges

Warum „Charakterziffer“?

Das Wort kombiniert Persönlichkeit (Charakter) mit Sachlichem (Ziffer). Zusammengesetzt ergibt sich ein Synonym für Mediävalziffer, eine Zahlenvariante mit Ober- und Unterlängen.

Schrift­arten dieses Blogs

Wenn dein Browser eingebettete Schriften (WOFF/TTF) unterstützt, dann liest du die Fließtexte hier in der Source Sans Pro von Paul D. Hunt, erschienen 2012 bei Adobe.

Die Überschriften sind aus der Bitter von Sol Matas gesetzt, die der argentinische Schriftverlag Huerta Tipográfica 2011 veröffentlicht hat.

Hintergrundmuster

Das Hintergrundbild dieser Website beruht auf dem Muster „Shattered“ von Luuk van Baars, entdeckt auf Subtle Patterns.


Impressum

Anbieterkennzeichnung nach TMG §5:

Gerhard Großmann · Geibelplatz 10 · 93051 Regensburg
E-Mail: postfach2b [ät] web.​de, SMS: 0178/1961914

Rechtliche Hinweise

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Website zuletzt erstellt: 2016-09-12T07:47:27+02:00