Manches braucht mehr als 140 Zeichen …

Auf dieser Website ist Platz für das, wofür mein Twitterprofil @charakterziffer nicht ausreicht. Mein Blog ist als Plus zu meinen Tweets gedacht, eben „@cz+“. // Die letzten drei Artikel:

Podcasts als Informationsquelle

Ich bin ein Ohrenmensch. Nicht weil ich ein absolutes Gehör hätte oder besonders viel Musik hören würde, sondern weil ich einen Großteil meiner Informationen übers Gehör konsumiere – in Form von Nachrichten, Magazine, Diskussionen (über Hörspiele habe ich ja schon geschrieben; meinen Internetkonsum lasse ich aus dramaturgischen Gründen mal außen vor). Dabei höre ich nicht nur gerne das Wortprogramm im Radio, sondern habe auch so einige Podcasts abonniert.

Podcasts?

Ja genau: Diese regelmäßig erscheinenden Audio-Dateien, die man im Internet findet und mithilfe eines Programms („Podcatcher“) automatisiert herunterladen kann.

In den letzten Jahren erlebt der Begriff Podcast einen Bedeutungswandel und einige meinen damit grundsätzlich jede Audiodatei, die man im Netz anhören kann; für mich muss ein Podcast aber regelmäßig erscheinen und plattformunabhängig sein. Wenn ich mir zum Anhören erst die spezielle App eines bestimmten Herstellers installieren muss, dann ist es in meinen Augen kein Podcast mehr, sondern höchstens eine Audio-Show oder -Serie. Diskutiert wurde darüber letztens im Podcast Frequenz 4000 (Folge 6, ab Restzeit ca. 43 Minuten):

Mein Ohr liebt …

Ich höre Podcasts übrigens schon seit über zehn Jahren. Am Rechner meiner Hochschule lud ich mir dereinst mit dem Podcatcher on a Stick die mp3-Dateien direkt auf einen USB-Stick, um sie daheim anzuhören – hach, Nostalgie! Damals begeisterten mich vor allem private Erzählpodcasts wie Schlaflos in München oder der Blick über den Tellerrand.

Heute bevorzuge ich eher die Produktionen öffentlich-rechtlicher Radiosender; das sind normalerweise Radiosendungen, die nach ihrer Ausstrahlung noch ins Netz gestellt werden (beispielsweise die tägliche Nachrichtensendung DRadio Wissen Update, das samstägliche WDR5-Medienmagazin Töne, Texte, Bilder oder Computer und Kommunikation vom Deutschlandfunk).

Dazu kommen einige private Sendungen wie der Video-Podcast von Belles Lettres über Sprache oder der Technik-Podcast Systemfehler des Podcast-Labels Viertausendhertz. Vom englischsprachigen Podcast-Erfolg Serial habe ich mir die erste Staffel nachträglich angehört.

Zeitsouverän, automatisch und mobil

Im Gegensatz zu Sendungen im Radio bin ich mit Podcasts zeitlich unabhängig. Ich höre mir einen Audiobeitrag an, wenn ich es möchte, nicht weil er gerade im Rundfunk läuft. Ich muss auch nicht regelmäßig mehrere Websites abgrasen, ob es schon eine neue Episode zum Herunterladen gibt – das macht mein Podcatcher-Programm für mich. Bei Audio habe ich zudem Augen und Hände frei, kann nebenher aufräumen oder einen Podcast unterwegs anhören, ohne gegen Straßenlaternen zu laufen.

Wie sieht es mit eurem Medienkonsum aus? Konsumiert ihr neben Musik reine Audioformate? Zur Information oder mehr als Unterhaltung?

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Tintengläschen voller Farben

Als bevorzugtes Schreibgerät verwende ich einen Füller. Seit gut anderthalb Jahren ist das ein Kaweco SPECIAL Füllhalter, davor waren es ein sehr alter Aufziehfüller und ein einfacher Werbegeschenk-Füller.

Was alle drei gemeinsam haben? Ich bestück(t)e sie nicht mit Patronen, sondern befüll(t)e sie direkt aus dem Tintenglas. Das halte ich für eine ökonomische und umweltfreundliche Art zu schreiben. Auch was die Tintenfarbe angeht, bin ich so flexibler, schließlich kann ich den gewünschten Farbton aus erhältlichen Tinten mischen (was ich aber eher selten mache).

Anfangs habe ich nur mit gewöhnlicher königsblauer Tinte geschrieben (von Lamy und Pelikan). Vor zehn Jahren habe ich mir dann mal in einem Bamberger Schreibwarenladen ein Gläschen Havanna-Braun von Waterman gekauft. Es schien mir eine schöne Ergänzung zum normalen Blau. Und wenn man erst einmal damit angefangen hat …

Derzeit verwende ich sieben verschiedene Tintenfarben – eine recht vernünftige Anzahl, wie ich finde. Nachdem ich zuletzt vor drei Jahren zwei Tintengläser geschenkt bekommen habe (man kennt mich ja), habe ich mir einen Einkaufs- und meinen Bekannten einen Tinten-Schenke-Stopp verordnet. So viel kann ich sonst ja gar nicht aufs Papier bringen.

Die Farben meiner sieben Tinten
Leider gibt der Scan die Farbtöne nur mäßig gut wieder. Türkis, violett und vor allem safranfarben sind im Original viel leuchtender.

Meine Farbpalette reicht von sehr hellem Orange über gedämpftes Rot, gedecktes Graugrün, leuchtendes Türkis und zurückhaltendes Violett bis hin zu schmutzigem Braun und dunklem Blauschwarz. Einmal aufgetankt hält die Tinte ungefähr einen Monat, danach wechsle ich erschreckend systematisch auf die nachfolgende Farbe (es gibt da eine gewisse Reihenfolge …). Als schönen Nebeneffekt sehe ich an der Tintenfarbe gleich, in welchem Monat ungefähr ich etwas geschrieben habe.

Zu welchen besonderen Anlässen ich meinen Füller verwende? Zu gar keinen; ich schreibe nämlich nahezu alles damit: Einkaufszettel, Notizbucheinträge, Rezepte, Textskizzen, … und gelegentlich auch Briefe.

Wer übrigens schon immer mal einen handgeschriebenen Brief von mir bekommen wollte, schicke mir einfach einen ebensolchen an meine Adresse. Ich antworte mindestens im gleichen Umfang … nun ja, außer es sind mehr als fünf A4-Seiten. Im Augenblick käme die Antwort in (mit der Zeit nachgedunkeltem) Braun zurück, ab Mitte/Ende Juli in Seetang-Grün.

Schreibt ihr noch mit der Hand? Habt ihr einen „Lieblingsstift“?

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Deine Website, mein CSS

Als Gestalter hat man einen Blick dafür, wenn Dinge nicht ganz optimal aussehen. Ob das nun zu kleine Schrift ist, ein störender Banner oder typografische Details (wie im xkcd-Comic Bad Kerning). Würde man jedes Mal den jeweiligen Urheber anschreiben, das Problem erklären und warum die Welt viel schöner wäre, wenn man das anders gestaltet – man käme gar nicht mehr dazu, sein Mailprogramm zu schließen. Und gefrustet wäre man am Ende auch, denn nicht jeder sieht ein, warum so ein Detail geändert werden sollte.

Falls diese „Gestaltungsfehler“ auf einer Websites zu finden sind (und man ein bisschen CSS kann), habe ich eine gute Nachricht: Jeder Internetnutzer kann die Darstellung beliebiger Websites in seinem Browser beeinflussen – und so wenigstens seine eigene Welt ein bisschen schöner machen. Möglich machen das benutzerdefinierte CSS-Befehle.

Was ist User-CSS?

Dabei handelt es sich um CSS-Anweisungen in einer Datei oder innerhalb einer Browser-Erweiterung. Mit diesem CSS kann man Formatierungen auf jeder beliebigen Website einfach überschreiben. Beispielsweise macht für mich der Code

a:visited { color: #752 !important; }

besuchte Links auf der Website http://ubuntuusers.de dunkler. So kann ich erkennen, welche Verweise ich schon einmal aufgerufen habe. Ein weiteres Beispiel aus meiner Nutzer-CSS-Datei:

.postArticle-content, .notesPositionContainer {
   letter-spacing: 0 !important; }
.postActionsBar { display: none !important; }

Das zeigt mir die Texte auf http://medium.com ohne Buchstaben-Sperrung und blendet die untere Leiste aus. Weitere Anpassungen in meiner Nutzer-CSS-Datei aktivieren auf Wikipedia die Silbentrennung, entfernen nervige Overlay-Hinweise diverser Seiten, machen fixierte Menüs scrollbar oder ändern die Schriftfarbe von blassgrau auf lesbares dunkelgrau.

Wohin mit meinen CSS-Korrekturen?

Je nach Browser und Betriebssystem geht man ein wenig anders vor. Am besten finde ich die Lösung von Firefox, eigene CSS-Anweisungen in eine bestimmte Datei im Profil-Ordner zu legen. Das war einst auch mit Chrome und Opera möglich, jetzt benötigen diese Browser eine Erweiterung. Im Einzelnen:

Mozilla Firefox

Hier stehen die CSS-Anpassungen in einer Datei namens userContent.css. Sie liegt im eigenen Profil-Ordner im Verzeichnis chrome (muss evtl. erst angelegt werden). Bei Linux also unter ~/.mozilla/firefox/<Profil-Ordner>/chrome/userContent.css, bei Windows unter %APPDATA%\Mozilla\Firefox\Profiles\<Profil-Ordner>\chrome\userContent.css. Die Mozilla-Hilfe erklärt, wie man den Profil-Ordner findet.

Möchte man CSS-Stile nur auf einer bestimmten Website anwenden, umschließt man sie mit

@-moz-document domain(EXAMPLE.COM) { <CSS-Code> }

Internet-Explorer und Microsoft Edge

Laut IT Support Guides (engl.) kann man im Internet-Explorer den Speicherort seiner CSS-Datei frei wählen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man damit CSS-Stile auf bestimmte Seiten einschränken kann. Microsoft Edge scheint im Augenblick User-Stylesheets nicht zu unterstützen.

Opera

Für Opera muss man auf eine Erweiterung zurückgreifen, zum Beispiel User-CSS. Nach Installation und Neustart des Browsers kann man auf das blaue Icon rechts oben klicken und zu einer bestimmten Website eigene CSS-Anweisungen hinzufügen.

Chrome und Safari

Eine sehr verbreitete Erweiterung, um Website-CSS anzupassen, ist Stylish (für Chrome und für Safari). Hiermit habe ich aber keine Erfahrungen und kann nur auf die englischsprachige Anleitung des Entwicklers verweisen.

Mit Stylish (das es übrigens auch für Firefox und für Opera gibt) kann man eigene CSS-Anpassungen verwalten oder vorgefertigte Stildateien von http://userstyles.org installieren. So erscheint Facebook dann zum Beispiel im schwarz-grünen Monster-Energy-Look. Wem’s gefällt.

Vieles ist möglich

Man muss sich nicht mit einer schlecht gestalteten Website abfinden. Wer seine Google-Ergebnisse lieber in Comic Sans lesen möchte, hat mit User-CSS die Möglichkeit dazu.

Google-Ergebnisse in Comic Sans

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Sonstiges

Warum „Charakterziffer“?

Das Wort kombiniert Persönlichkeit (Charakter) mit Sachlichem (Ziffer). Zusammengesetzt ergibt sich ein Synonym für Mediävalziffer, eine Zahlenvariante mit Ober- und Unterlängen.

Schrift­arten dieses Blogs

Wenn dein Browser eingebettete Schriften (WOFF/TTF) unterstützt, dann liest du die Fließtexte hier in der Source Sans Pro von Paul D. Hunt, erschienen 2012 bei Adobe.

Die Überschriften sind aus der Bitter von Sol Matas gesetzt, die der argentinische Schriftverlag Huerta Tipográfica 2011 veröffentlicht hat.

Hintergrundmuster

Das Hintergrundbild dieser Website beruht auf dem Muster „Shattered“ von Luuk van Baars, entdeckt auf Subtle Patterns.


Impressum

Anbieterkennzeichnung nach TMG §5:

Gerhard Großmann · Geibelplatz 10 · 93051 Regensburg
E-Mail: postfach2b [ät] web.​de, SMS: 0178/1961914

Rechtliche Hinweise

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Website zuletzt erstellt: 2016-08-05T00:02:23+02:00